New Vienna (Blog) Story – The Traveller

Voilà – here comes the second Vienna (Blog) Story, dedicated to the guy who I once called love of my life and mainly to all the cafés Vienna is famous for (among many other things of course), all those lovely places where I spend so much time drinking coffee, eating apfelstrudel and writing most of my stories. This is one of them …

https://oursecretlibrary.wordpress.com/vienna-stories/

Die Muse – Feuer und Eis. Die Geschichte einer Entstehung – Aus Caras Nähkästchen

Wien, 28.5.2017

Fünf Monate waren vergangen, seit sie einander das letzte Mal gesehen hatten. In jenem August. In jenem Sommer, der kein richtiger Sommer gewesen war. Sie hatte ihn nicht vermisst in all der Zeit. Keine Sekunde lang. Warum auch. Sie hatte ihm ja gesagt, er solle sich zum Teufel scheren. Und er hatte ihrem Wunsch gehorcht.

Ob sein Leben in der Zwischenzeit die Hölle oder der Himmel gewesen war, war ihr eigentlich völlig egal gewesen. Sie hatte ihr eigenes Leben zu leben gehabt. Und das war turbulent und aufregend genug gewesen in all der Zeit. Ihr war es ziemlich gut gegangen, sie hatte ihr Leben so intensiv gelebt wie auch zuvor. Wozu aber hoffen, dass es ihm genauso gut ging wie ihr?

Dass sie ihn zum Teufel gejagt hatte, war ohnehin seine Schuld gewesen. Er hatte alles kaputt gemacht. Mit seinem idiotischen Verhalten ihr gegenüber. All die schönen Stunden, die sie miteinander verbracht hatten, diese lauen Sommernächte, in denen sie sich so heftig geliebt hatten, so leidenschaftlich, so intensiv, sie waren mit einem Schlag bedeutungslos geworden für sie. Eine nette Erinnerung bestenfalls, ein schönes Foto fürs Album, das sie sich in vielen Jahren vielleicht einmal anschauen würde. Oder auch nicht.

Warum sie all die Monate an ihn verschwendet hatte, wusste sie ohnehin nicht mehr. Er war es eigentlich nicht wert gewesen. Obwohl sie wusste, dass er immer ehrlich zu ihr gewesen war, so hatte sie doch gespürt, dass er es nie ganz gewesen war. Das hatte sie stets gekränkt. Und immer wenn sie eine besonders schöne Nacht miteinander verbracht hatten, zog er sich am Tag darauf wieder zurück, ging ihr aus dem Weg, oft für Wochen. Das machte sie rasend. Es erinnerte sie zu sehr an den anderen, an den Einen, an den sie nicht mehr hatte denken wollten, aber immer wenn sie beide eine Nacht miteinander verbracht und er sich dann genauso verhalten hatte wie jener damals, dann hatte sie an jene Zeit zurückdenken müssen. Und das hatte sie noch rasender gemacht.

Es war also mehr als gut, dass er aus ihrem Leben verschwunden war, jemand anderen gefunden hatte in der Zwischenzeit auch, jemanden, mit dem er nun glücklich sein konnte. Oder auch nicht. Es war ihr herzlich egal.

Und letztendlich wusste sie auch, dass er sowieso keine andere finden würde, mit der es schöner sein würde als mit ihr. Sie mochte vieles aus der Zeit mit ihm absichtlich verdrängt haben, aber ihre letzte gemeinsame Nacht, jene heiße Augustnacht, in der sie nicht hatte schlafen können, weil alles so intensiv gewesen war, weil sie keine Sekunde davon hatte mit Schlafen vergeuden wollen, jene Nacht würde sie nie vergessen können.

Sie zündete eine Kerze an, schenkte sich ein Glas von dem Wein ein, den sie in jener Nacht getrunken hatten, löschte alle anderen Lichter aus und machte es sich auf dem Bett bequem.

Der Wein war gut gekühlt und schmeckte so herrlich fruchtig und einladend. Wie seine Lippen. Sie genoss Schluck für Schluck, ließ sich jeden einzelnen davon auf der Zunge zergehen. So wie sie sich den Geschmack seiner Haut auf der Zunge zergehen lassen hatte, wenn sie seinen Körper entlanggeleckt hatte. Vom Hals abwärts. Ganz langsam. Um ja nichts zu verpassen. Und um seine Lust zu steigern. Ganz langsam.

Von all den Liebhabern, die sie in ihrem Leben gehabt hatte, war er wohl derjenige gewesen, der sie am meisten genossen hatte. Weil er sich einfach fallen lassen konnte, weil er sich nie wehrte, egal was sie mit ihm anstellte. Und dabei doch nie passiv war, sondern sie immer mit sich in den Sog der Lust hineinriss.

Wenn sie ehrlich zu sich war, dann war er auch der Einzige gewesen, der sie schon in einen Sog der Lust hineingerissen hatte, wenn sie alleine nur an ihn dachte. Seine körperliche Anwesenheit war dazu gar nicht nötig gewesen, war es auch jetzt nicht, als sie hier ganz entspannt auf ihrer Matratze saß, das leere Weinglas auf das Fensterbrett über ihrem Bett stellte und sich danach in ihre Kissen zurückfallen ließ.

Es war warm im Zimmer, so wie damals in ihrer letzten gemeinsamen Nacht. Sie schloss die Augen und erlaubte ihren Gedanken, auf Zeitreise zu gehen. Spürte, wie er den Gürtel ihres Kimonos aufband und mit seiner Hand über ihren Bauch streichelte. Sah, wie er sie anlächelte, bevor er sich zu ihr hinunterbeugte und ihre Brüste küsste. Jeder einzelne dieser Küsse brannte heißer als das Höllenfeuer, und genau dorthin war er jetzt wieder im Begriff, sie zu werfen, als er sie zu sich hoch- und ihr den Kimono auszog. Er wollte sie nackt, damit sie ungeschützt war und sich jede seine Berührungen und jeder seiner Küsse in ihre Haut einbrennen konnten. Er wusste genau, was er damit bei ihr auslöste, und er genoss es unendlich.

Manchmal, wenn sie es trotz der Ekstase, in die sie sich aufgelöst hatte, geschafft hatte, ihre Augen zu öffnen und ihm einen Blick zuzuwerfen, da hatte sie dieses teuflische Blitzen in seinen Augen sehen können, dieses diabolische Lächeln auf seinen Lippen, die so süß und fruchtig schmeckten wie der portugiesische Wein, von dem sie auch nie genug kriegen konnte. Er hatte es genossen, diese Macht über sie zu haben, weil er genau gewusst hatte, dass sie noch nie ein anderer vor ihm gehabt hatte, und sie hatte es genossen, dass er so empfunden hatte, weil es ihr gleichzeitig Macht über ihn verliehen hatte.

Sie hatte ihm diese Macht eingeräumt, weil er so viele Dinge in ihr ausgelöst hatte, sie damit glücklich gemacht und inspiriert hatte, gewährte sie ihm auch in diesem Moment der Lust, den sie gerade empfand. Die Macht, die er über sie hatte, obwohl er gar nicht da war.

Sie lag nackt auf ihrem Bett, bereit für mehr Berührungen und Küsse, bereit ihn völlig in sich aufzunehmen. Sie lächelte ihn an und zog ihn ganz tief an sich heran. Mit seiner ersten Bewegung begann sich das Zimmer um sie herum zu drehen, die Welt wurde von Minute zu Minute mehr zum Karussell, um dann plötzlich stehenzubleiben und bedeutungslos zu werden. Als sie die Augen wieder öffnete, strahlten die Grautöne der Nacht in allen Farben des Regenbogens, erzählten tausend Geschichten. Zwischen all dem Bunt nahm sie endlich auch seine Augen wahr, die sie anschauten. Ein Ausdruck, den sie noch nie zuvor an ihm gesehen hatte, eine Mischung aus ungläubigem Staunen und dem plötzlichen Glauben an unendliche Freuden. Sie brauchte auch keinen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, weil sie genau dasselbe empfand.

Die Erde begann sich wieder zu drehen, und sie grub ihre Fingernägel tiefer in seinen Rücken, um einen besseren Halt zu bekommen, klammerte ihre Beine noch fester um seine Hüften.

Plötzlich beugte es sich zu ihr hinunter und legte seine Wange auf ihre.

„Ich wünschte, ich könnte für immer so daliegen, für den Rest meines Lebens“, flüsterte er ihr ins Ohr.

„Es fühlt sich an, als wäre es mein erstes Mal, als hätte es die anderen vor dir nicht gegeben“, erwidert sie. Und obwohl sie wusste, dass sie diesen Satz nicht nur in jener Augustnacht zu ihm gesagt hatte, sondern schon einmal davor in ihrem Leben, nämlich diesem Einen, den anderen, an den sie nie wieder, und in diesem Moment schon gar nicht, denken wollte, meinte sie ihn trotzdem genau so.

Es war heiß geworden in ihrem Zimmer. Sie spürte die Hitze, obwohl es Ende Februar war, die Nacht vor ihrem Fenster eiskalt und sie völlig nackt auf ihrem Bett ausgestreckt. Er hatte die kalte Februarnacht in eine Augustnacht verwandelt.

Er hatte diese Macht über sie. Immer noch. Obwohl er längst aus ihrem Leben verschwunden war, sich längst zum Teufel geschert hatte. Obwohl sie schon fünf Monate lang nichts voneinander gehört hatten.

Zum Glück war er ihr völlig egal geworden in all der Zeit, sodass dieses Aufwallen der Vergangenheit ihr nichts anhaben konnte, sie diese erotische Erinnerung als das betrachten konnte, was sie war: eine Eskapade, die bereits im Morgengrauen bedeutungslos geworden sein würde.

Ihr Kimono lag auf dem Boden. Er hatte ihn wohl dorthin geworfen, wie damals, als es ohnehin zu heiß und es viel besser gewesen war, nackt zu sein. Auch diese Nacht war es viel zu heiß, deshalb beschloss sie, ihn auch jetzt dort liegenzulassen und nackt zu bleiben und sich stattdessen lieber noch ein Glas Wein einzuschenken.

Sie genoss ihn, den Wein, Schluck für Schluck, und lächelte dabei. Er hätte auch gelächelt, es auch teuflisch genossen, wenn er in diesem Moment gewusst hätte, welche Macht er immer noch über sie besaß. Zum Glück wusste er es nicht.

Das Klingeln ihres Smartphones riss sie aus ihren Gedanken. Sie hatte wohl eine Textnachricht bekommen. Der Klingelton irritierte sie. Sie hatte diesen Ton nur einem zugeordnet, und der hatte sich vor fünf Monaten zum Teufel geschert.

Irritiert nahm sie das kleine schwarze Gerät in die Hand, um dem Irrtum auf die Spur zu kommen.

„Ich musste gerade an Dich denken“, stand da. „Ich weiß nicht warum. Aber ich dachte, vielleicht hast Du auch gerade an mich gedacht. Weil es ja oft so ist, dass wir im selben Moment aneinander denken. Vielleicht hast Du ja auch nicht gerade an mich gedacht. Aber ich wollte Dich wissen lassen, dass ich seit kurzem wieder Single bin, und … naja, ich würde Dich einfach gerne wiedersehen, wenn Du das auch willst. Ich dachte einfach, Du würdest Dich freuen, wieder von mir zu hören.“

Scher dich zum Teufel!, war das Einzige, was sie dachte, und sie lächelte dabei, weil sie wusste, dass sie immer noch diese Macht über ihn hatte. Dann nahm sie das Smartphone erneut in die Hand und begann, ihm eine Antwort zu schreiben …

Mateus

Sweet Spring – First Vienna (Blog) Story

Yesterday I promised you the first Vienna (Blog) Story and – voilà – here it is! As I also explained yesterday, each story will take place in a location in Vienna that brings back memories to me, good or bad ones.

This first story of course had to be about the place in Vienna I like best, not only because it is the nicest bar/restaurant in town, but also because I fell in love there, this spring, drinking a cocktail called „Sweet Spring“ and looking into two beautiful eyes. This spring was a sweet spring for me for that reason. And even now that the love-story has already become a memory, I will always look back at those few weeks, in which I was happy as happy one can be, and I will always be smiling thinking about that time.

This is mainly to Jakob, to whom this story is also dedicated. Coincidentally, it’s his 25th birthday today. Happy B-Day, Jakob!

Of course I also dedicated this story to the whole Chestnut team who make me smile and feel good whenever I pop in, too.

I hope you’ll like the story and – who knows – maybe you even will want to sip a Sweet Spring at the Chestnut, too. I promise you won’t be disappointed.

Here’s the story …

https://oursecretlibrary.wordpress.com/vienna-stories/

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(A cocktail called Sweet Spring.)

Vienna (Blog) Stories

People I meet keep asking me why I don’t write my books in English or why my blog isn’t in English, so that, at least, they can get the latest news about my work and life.

With friends and curious readers all over the world, writing my books in English would be an excellent idea, but I will probably be keeping on writing in my mother tongue, at least mostly, and maybe, one day, I will translate more of my novels and tales into English. If I find the time to do it. But time being the real problem, it’s not on the agenda for now.

Last night though – which was one of the weirdest nights in recent times – that idea came into my mind. It was because of the guy I was going out with and the location he had chosen for our date. A place I frequently had had a glass of wine at when I was much younger. So many memories of the past combined with a good conversation and so many even better vibes … and – voilà – the idea became very concrete: Shortest short stories taking place in different locations in Vienna. Places I have been to, places that bring back memories, places that would tell stories if only they could. But them not being more than silent observers, I will be doing the telling on their behalf.

So after another night of rain and weirdness, it’s another sunshiny day. I just cut the first roses in my garden, now I am going to cut out some memories and try to make beautiful oregami flowers out of them. To be placed on my blog. Well, and maybe the first story will be about the night that brought back all those memories and all that rain that tried to wash them away …

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Die Macht des Kusses – Aus Caras Nähkästchen

Wien, 29.1.2017

Die Macht des Kusses. Manchmal sagt ein Kuss mehr als tausend Worte. Manchmal sagt er gar nichts, sondern spricht für sich selbst, steht einfach nur für das, was er ist: ein Kuss. Manchmal steht hinter dem Kuss Liebe, und trotzdem bringt er vorhandene Gefühle nicht richtig zur Geltung, kann nicht ausdrücken, was er eigentlich sollte. Manchmal passiert ein Kuss aus einer Laune heraus, aus reiner Abenteuerlust und Neugier, ist aber dennoch so voller Zärtlichkeit und Gefühl, so intensiv und hingebungsvoll, als wäre er zwischen zwei Liebenden passiert. Und der Reiz des gesamten Spiels dreht sich plötzlich nur noch um den Kuss.

Zungen sind dazu gemacht, Wörter zu formulieren und sich damit verständlich zu machen, manchmal müssen sie aber gar nichts sagen, und drücken sich so viel effektvoller aus. Machen Wörter und verschiedene Sprachen irrelevant. Und manchmal – ganz selten – liegt der Reiz eines solchen Kusses in einem simplen Sich-Berühren von Lippen, ganz zärtlich, ganz weich, dieses Einander-nur-leicht-Spüren erscheint einem süßer als das vollkommene Eins-Werden. Die Erde steht still, doch die Zeit läuft trotzdem weiter. Man möchte sie aber gerne aufhalten und ertappt sich dabei, wie der Kopf die berühmten Worte formuliert: Oh, Augenblick, verweile!

Manchmal darf man einen Kuss durchaus als perfekt bezeichnen. Wenn er einfach nur glücklich macht und erfüllt, ohne gleich bedeutungsschwer und symbolisch daherkommen zu müssen. Wenn er einen erschauern lässt und gleichzeitig das Gefühl absoluter Entspannung vermittelt. Wenn er einen innerlich und äußerlich wärmt, selbst im kältesten Winter. Wenn man die Zeit anhalten und sich ihm endlos hingeben will. Und vor allem wenn man weiß, dass man die berühmten Worte aussprechen darf, ohne dabei seine Seele an den Teufel verloren zu haben.

Manchmal ist ein Kuss auch ein Reset seines früheren Gefühlszustandes. Er macht Vergangenes vergessen und entbehrlich. Große Lieben und problematische Musen werden aus dem emotionalen Gedächtnis getilgt. Innerhalb von Minuten. Ein unendlich schönes Gefühl von Freiheit, Erleichterung und Unbeschwertheit. Man merkt es nicht sofort, doch wenn man es merkt, dann macht einen die Erkenntnis umso glücklicher. Emotionaler Nullzustand. Selige Gleichgültigkeit dem Alten gegenüber. Etwas, das man noch vor kurzem für unmöglich und unvorstellbar gehalten hatte. Man neigt dann auch überschwänglich dazu, diesen Kuss als idealen Glücksfall zu bezeichnen. Als ein gefühlvoll-zärtliches, emotionsfreies, pures Vergnügen zum Zwecke der Ausschaltung von emotionalen Ballasten also. Der ebenfalls berühmte Widerspruch in sich selbst, aber dennoch möglich. Aber dennoch möglich?

Die Macht des Kusses. Man sollte nicht immer alles analysieren und infrage stellen (obwohl man weiß, dass es Auswirkung auf seine zukünftige Arbeit als Schriftstellerin haben wird), sondern vieles einfach nur hinnehmen und genießen, was es bei einem bewirkt hat. Und die berühmten Worte trotzdem aussprechen dürfen. Aus reiner Sehnsucht und Verlangen nach schönen, seltenen und deshalb so sehr kostbaren Momenten und Begegnungen. Aus purer Lust am Leben.

kuss

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In den Schuhen, die Du mir geschenkt hast

Heute, am 28.10.16, wäre meine Mutter 66 Jahre alt geworden. Leider ist sie am 24.10.2013, knapp vor ihrem 63. Geburtstag gestorben. Am 28.10.13 habe ich sie, mit einem Strauß Blumen in ihrer Lieblingsfarbe, noch einmal im Aufbahrungsraum des Krankenhauses besucht, um mich von ihr zu verabschieden und ihr noch ein letztes Mal zum Geburtstag zu gratulieren.

Einige hatten mir damals abgeraten, das zu tun, aber ich tat es trotzdem, und es war gut so. Sie noch ein letztes Mal zu sehen, in dem Kleid, das ich für die Beerdigung für sie ausgewählt hatte, ihren letztendlich friedlichen Gesichtsausdruck zu sehen und ihr noch ein letztes Mal zum Geburtstag gratulieren zu können, hat mich unglaublich getröstet und mir ein bisschen Seelenfrieden geschenkt. In dem Moment beschloss ich auch, „In den Schuhen, die Du mir geschenkt hast“ zu schreiben. Für mich, für sie und vor allem für all die anderen Betroffenen und Verwandten von Betroffenen. Damit sie verstehen, dass sie damit nicht alleine sind, dass es wahrscheinlich ganz viele auf der Welt gibt, die genau dasselbe wie sie durchmachen und empfinden. Es wurde daraus ein Roman in Tagebuchform, eine Lebensaufarbeitung in Rückblenden, der Versuch eines Verarbeitens und Umgehenkönnen mit einer chronischen Krankheit aus der Sicht einer Angehörigen, einer Tochter, deren Leben von dieser Krankheit ihrer Mutter geprägt wurde.

Meine Mutter litt den größten Teil ihres Lebens an Morbus Chron, einer chronische Darmerkrankung, die den Alltag des Betroffenen sehr dominiert und einschränkt. Ein „normales“ Leben ist nur mehr bedingt möglich, man lernt aber nach und nach, damit umzugehen. Als Erkrankter und auch als Angehöriger.

Womit man allerdings als Angehöriger nie richtig umgehen kann, ist die Hilflosigkeit, zu der man verurteilt ist, wenn der Betroffene wieder einen seiner Schübe hat, der oft so schlimm ist, dass er ihn wochen- oder monatelang ans Bett fesselt. Während dieser Schübe war meine Mutter dem Tod oft näher als dem Leben. Schon ihr erster Schub, als ich selbst gerade erst drei Jahre alt war, hätte fast tödlich geendet, vor allem auch deshalb, weil die Ärzte damals noch gar nicht wussten, woran sie wirklich erkrankt war.

Diese ständige Angst, seine Mutter verlieren zu müssen, war für mich als Kind und dann später auch als Erwachsene immer der Aspekt, mit dem man am schwersten zurechtkommt. Und dass der Tod wegen dieser Krankheit ein ständiger Begleiter in seinem Leben und das der Familie wird, prägt. Angstzustände und Panikattacken sind die Folge, und dass der Betroffene selbst während seiner Schübe meist an Depressionen leidet, belastet das Zusammenleben.

Auch für meine Großmutter war es nicht leicht, ihre Tochter leiden zu sehen, wahrscheinlich war es für sie noch viel schlimmer als für mich, da sie sich auch ständig Vorwürfe machte und fragte, ob sie irgendetwas falsch gemacht hatte als Mutter, ob sie dafür mitverantwortlich gewesen war, dass diese Krankheit bei meiner Mutter ausbrach. Und obwohl ihr die Ärzte tausendfach versichert hatten, dass dem nicht so war, hatte sie damit zeit ihres Lebens nie aufgehört.

Trotzdem hatten wir viele großartige Jahre miteinander. Wir sind beide sehr reiselustig und waren viel unterwegs. Schon seit meiner frühesten Kindheit. Wir lieben beide das Meer und waren deshalb oft im Süden, unternahmen aber auch zahlreiche Städtereisen miteinander. So viele schöne Erinnerungen davon sind in meinem Kopf gespeichert, so viele fröhliche, farbenfrohe Bilder, die niemand jemals auslöschen kann, und es sind genau die, die über ihren Tod hinaus weiterleben, die, die man aufbewahren möchte für die Ewigkeit.

Wir hatten viele gemeinsame Interessen, meine Mutter und ich, besonders gerne sind wir miteinander in den verschiedensten Städten Europas einkaufsbummeln gegangen und haben jedesmal wunderschöne „Schätze“ mit nach Hause nach Wien gebracht. Die einzige Leidenschaft, die wir nicht miteinander teilten, war meine Leidenschaft für Schuhe. Trotzdem schenkte sie mir zu fast allen Anlässen wie Geburtstag oder Weihnachten ein neues Paar, weil sie wusste, wie sehr ich mich darüber freuen würde.

Eines meiner Lieblingspaare, das sie mir ein paar Jahre vor ihrem Tod schenkte, habe ich einem lieben Freund von mir anvertraut, einem sehr talentierten Hobbyfotographen, mit der Bitte, er möge doch ein schönes Foto für das Cover meines Romans machen. Er hat mir diesen Wunsch erfüllt und ist damit auf einen Friedhof in Niederösterreich gegangen. Ich glaube, das war auch für ihn ein Erlebnis, das er so bald nicht vergessen wird. Die Ergebnisse sind beeindruckend und können sich sehen lassen!

Heute wäre meine Mutter 66 Jahre alt geworden, heute vor 3 Jahren habe ich ihr zu diesem Anlass Blumen in ihrer Lieblingsfarbe in den Sarg gelegt und mich von ihr verabschiedet. Ruhe in Frieden, Mama, ich werde Dich niemals vergessen und immer vermissen! ❤

https://www.amazon.de/den-Schuhen-die-geschenkt-hast-ebook/dp/B0175FB6Z0/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1477655411&sr=8-4&keywords=cara+roth

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Newsupdate

Liebe Follower!

Seit einigen Tagen tut sich wieder was auf unserem Blog! Neue Seiten, von „Aus Caras Nähkästchen“ über „Mandelsplitter“ und „Katz(en)zungen“, auf denen die Leserinnen und Leser über die Neuigkeiten meiner diversen Buchreihen informiert werden, werden langsam mit Infos gefüllt, Bibliographien, schon Erschienenes und laufende Projekte nach und nach upgedated.

In „Mandelsplitter“ und „Aus Caras Nähkästchen“ gibt es schon ein wenig brandaktuellen, noch nicht veröffentlichten Lesestoff, einmal zum Thema Krimi, einmal zum Thema Erotisches. Seid die Ersten, die wissen wie es mit Mandel in „Mandel im Nebel“ und „Mandel hat den Blues“ und mit „Die Muse“ weitergehen wird!

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und freue mich, dass Ihr mal wieder bei uns vorbeischaut!

Eure Cara

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